Nordsee-Dorschtour mit der MS Lene From, Hvide Sande

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Rubrik: Angelbericht

Geo. Länge: 8.126450
Geo. Breite: 56.001837

Hallo

Ich hatte gehört, dass ab Januar die MS Lene From ab Hvide Sande fährt. Der Kutter hieß bis dahin MS Bodil und ist von Thyborøn aus gefahren. Eine echte Legende in DK. Als ich gehört habe, dass sie nun mit der erfahrenen Crew um Kapitän Ulrik ab Hvide Sande fahren und ich nur 50 Autominuten davon entfernt wohne, habe ich prompt eine Tour reserviert. Einmal wurde sie wetterbedingt verschoben aber gestern war es soweit.

Es war eine 21-stündige Tour. Treffpunkt war 1:30 am Hafen von Hvide Sande. -5° C, mässiger Wind, der später abschwächte. Wir wussten, dass die Segelzeit zu den einzelnen Wracks 5 Stunde beträgt und wir haben uns in den Kajüten bequem gemacht. Um 7:30 gab's warme Brötchen und Frühstück mit Kaffee.

Wir waren insgesamt 12 Mann am Board plus der Skipper Ulrik und seine 2 erfahrene Assistenten, die manchmal mitgeangelt haben und bei Bedarf sofort zur Stelle waren.

Und um ca. 8:00 ging's los an der ersten Stelle. Kaum runtergelassen, da kam eine Doublette hoch. Ich wusste noch nicht, was uns erwartete und frischfröhlich haben wir angefangen mehrere Fotos von den ersten Fängen zu schiessen, die allerdinngs nur mässig waren.

Die Stelle wurde immer nach 1-2 Pilkversuchen gewechselt. Zwischen den einzelnen Stellen gab's eine Pause von 5-20 Minuten, was uns immer warm gehalten hat. Die erste Stunde war nicht so intensiv, aber von 9:00 bis 14:00 Uhr war die Hölle los.

Ich hatte mehrere Doubletten, einige Dreier und einen ganz verrückten Vierer (s. Bild) Bei diesem Vierer war ein Dorsch über 10 kg, einer um die 9 kg und 2 mittelmassige. 2 Mann haben mit 2 Gaffs geholfen, alles hochzuziehen.

In der Zwischenzeit wurde uns noch ein Mittagsessen serviert. Wir haben da aber nur kurz Zeit verloren, da die Lust nach mehr zu gross war.

Ab ca. 14:00 wollten sie einfach nicht mehr beissen. Wir dachten, jetzt ist Schluss. Es gab nur einzelne Erfolge. Ulrik hat immer wieder versucht, neue Stellen zu finden, bis es wieder um 16:00 eine Traumstelle kam. Kaum runtergelassen, da waren ALLE Ruten, die ich sehen konnte gebogen...fast gleichzeitig....und fast jeder hatte da mind. eine Doublette. Da haben wir noch einiges an Fisch hochgeholt.

Ca. 17:00 war Schluss und wir haben uns auf dem Heimweg gemacht. Ich war erschöpft und wollte nur ins Bett. Ich war froh, dass ich den Filettierservice früh gebucht habe. Man muss vor 12:00 buchen und es kostet nur dkk 10,- pro kg Nettogewicht (Andere verlangen den gleichen Preis pro kg Fisch VOR dem Filettieren!). Am Schluss hatte ich etwas über 40kg, 40kg wurden berechnet. Einige hatten nur 20 kg, der beste ca. 60 kg. Alles Dorsch bis auf nur 2-3 Lengs.

Es gibt aber auch genug Platz, um die Fische selbst zu filettieren. Einige haben bis 22:00 filettiert und es bereut, nicht den Service früher gebucht zu haben, denn es war kalt und die Arbeit schien unendlich zu sein.

Am Abend wurde noch warmes Essen serviert. Getränke gab's tagsüber auch immer zur Verfügung.

Was mir noch imponiert hat, ist die Hilfsbereitschaft der Assistenten. Ich war auf der Seite von Heino. Er hat zwischendurch mitgeangelt. Sobald er gesehen hat, dass wir uns nicht selber helfen konnten, ist er eingesprungen. Als ich meinen einzigen Hänger des Tages hatte, habe ich ihn gefragt, was ich machen soll. Er hat sich die geflochtene Schnur um den Arm gewickelt und mit einem Zug ist das Vorfach unten gebrochen. Geflochtene 100% gerettet!

Meine Ausrüstung

PILKER:
Mitgenommen habe ich ca. 15 Pilker von 200-500g, gebraucht habe ich fast immer 300/400g. Farben waren egal, wie es sich erwiesen hat. Nur 1 ging verloren!

VORFACH:
Als Vorfach hatte ich die üblichen mit, sprich Octapus, Sandaale, Twister usw. Ich hatte persönlich mehr Farben rot, orange mit, aber alle auf dem Schiff haben mit all möglichen gut gefangen. Anfangs habe ich mit einem 3er geangelt bis ich auf einmal diese 4 Fische von insgesamt ca. 25 kg drauf hatte...also 3 Fisch auf dem Vorfach und einer auf dem Pilker. Dann habe ich auf 2er-Systeme umgestellt.

LEINE:
250 m geflochtener Spiderwire 0,28 mm, Haltbarkeit ca. 30kg. Etwas Backing dahinter.

ROLLE:
"nur" eine Abu Ambassadeur 7000i C3. War für diese Verhältnisse gut genug und kam nie an ihre Grenze.

RUTE:
Penn Slammer 6', bis 50 lbs. Ich hatte noch eine Ugly Stick 8' bis 30 lbs mit dabei, da die meisten mit so etwas angeln. Ich muss sagen, dass ich mich mit der kürzeren, kräftigeren Rute sicherer fühle.

Zur guten letzt, einen grossen Dank an Skipper Ulrik und seiner Crew. Sie sind in meinen Augen nicht nur erfahrene Profis und wissen, wo man fische fängt, sondern sie geben ihr Besten, damit alle ein tolles Angelerlebnis haben!

Grüsse aus dem Norden
Costas

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Kommentare

@holger
 
du bist immer gern willkommen. schade, dass die wetterverhältnisse nicht erlauben, eine gemeinsame runde an der skjern au zu machen.
 
@fabi
 
ja, ich bin schon lange hier....und das dank dir. ich habe damals dein foto mit dem seehund in ottos jacke hier entdeckt. weiter unten steht ein weiterer bericht über grosshechte, schon gesehen?

Spitzenbericht mal wieder! Und erstklassige Info mit Top-Fotos ... Auch schön zu sehen, dass man in diesem langen Winter tatsächlich noch Fische fangen kann!

Übrigens fahre ich am kommenden Samstag früh Richtung Ulfborg und komme quasi an Deinem Laden vorbei. Wird mal Zeit für'n Kaffee, was ...? ;-)

Lieber Gruß,

Holger

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