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Hechtangeln in Dänemark: Brachiale Bisse im Brackwasser

Rubrik: Fishmaps-Bericht
Region: Møn & Bogø
hechtangeln in dänemark
Klasse Hecht für Holger Höner auf seinen neu entwickelten Racker Shad
Fischarten: Hecht

Dänemark bietet für das Angeln auf Hecht viele exzellente Gewässer. Von zahlreichen Auen mit gutem Hechtbestand, großen und kleinen Seen bis zu den riesigen Brackwassergebieten und –Lagunen im Süden Seelands reichen die vielfältigen Reviere. Auch ist die Saison, in der wir in unserem nördlichen Nachbarland auf Hecht angeln können, deutlich länger: In Binnengewässern gilt eine Schonzeit für Hecht nur im April, im Brackwasser sind Hechte noch zwei Wochen länger, das heißt bis zum 15 Mai geschont. Grund genug, mal ein unglaublich produktives und faszinierendes Revier zum Hechtangeln in Dänemark unter die Lupe zu nehmen: Die Brackwasser-Reviere der Insel Møn.

Hecht-Paradies Møn

Unter deutschen Anglern war die rund eine Autostunde von den dänischen Fährhäfen Rødby oder Gedser entfernte Insel Møn bisher vor allem für das Trolling auf Lachs vor den berühmten Kreidefelsen und die tolle Meerforellenfischerei insbesondere an den verwunschenen Küsten im Osten der Insel bekannt. Hechtangeln auf Møn war bisher vor allem unter dänischen Anglern ein heißes Thema. Insbesondere über das Fischen mit Spinn- oder Fliegenrute im Stege Nor, einer großen Brackwasserlagune, die beim Ort Stege mit der Ostsee verbunden ist, war in dänischen Angelzeitschriften in schöner Regelmäßigkeit zu lesen. In jüngster Vergangenheit wurde klar: die kampfstarken Brackwasser-Hechte sind ebenfalls in den riesigen Flachwassergebieten zwischen Møn, Süd-Seeland und der benachbarten Insel Falster zu finden. Und das in teilweise unfassbar großer Zahl und beeindruckenden Fischgrößen. Meterhechte gehen in diesem Revier in der passenden Jahreszeit und unter perfekten Bedingungen regelmäßig an die Wobbler, Gummifische und Streamer.

Hechtangeln im Hafen von Stege

Hechtangeln auf Møn ist im Prinzip über das ganze Jahr machbar. Allerdings hat sich herausgestellt, dass die Top-Zeit zum Angeln auf diese großen Brackwasser-Räuber ungefähr von September bis November reicht. Wie auch an anderen Hechtgewässern ist eine leichte Welle und bedecktes Wetter schon mal die halbe Miete, um die Süßwasserkrokodile in Fahrt zu bringen. Eine absolute Besonderheit, was die Beißzeit für Hecht angeht, finden wir im Hafen der Stadt Stege auf Møn. Der Hafen liegt genau an der Engstelle, wo der Wasseraustausch zwischen dem Stege Nor und den brackigen Gebiete zwischen Seeland und Møn stattfindet. Den Kanal, über den der Austausch stattfindet, seht Ihr bereits, wenn Ihr aus westlicher Richtung kommend die Klappbrücke in Stege überquert. Hier unten im bis zu sechs Meter tiefen Wasser lauern zu bestimmten Zeiten unglaublich viele Hecht und auch große Barsche. Und nun zur Besonderheit dieses Angelplatzes: Die Hechte kommen hier erstaunlicherweise meistens erst nach Einbruch der Dunkelheit in Beißlaune! Wenn dann noch etwas Strömung herrscht und Ihr einen großen Gummifisch langsam und grundnah führt, dann dauert es meistens nicht allzu lange, bis der Einschlag kommt! Auf jeden Fall wichtig: Sucht Euch einen Angelplatz, von dem Ihr auch in der Lage seid, die Hechte problemlos zu landen!

Hechtangeln im Stege Nor

Maximal 3,7 Meter tief und auf einer Länge von sieben Kilometern erstreckt sich diese größtenteils schilf-umsäumte Brackwasser-Lagune. Der Untergrund ist überwiegend eben und teilweise großflächig von Algen bedeckt. Vor allem Barsche, Rotaugen und Grundeln dienen hier den zahlreichen Hechten als Nahrung. Bis auf eine tiefere Rinne, die sich am Südostufer vor der Ortschaft Svensmarke erstreckt, überwiegen im Großteil des Stege Nor teilweise extreme Flachwassergebiete. Aber lasst Euch davon nicht irritieren: Oftmals stehen die Hechte sehr ufernah in nur 30 Zentimeter tiefem Wasser und attackieren unsere Köder vehement! Zwar könnt Ihr Euch die besten Angelplätze im Stege Nor am besten mit dem Boot erarbeiten, aber es gibt auch einige Zugänge vom Ufer, von wo Ihr sehr gut waten und den Hechten mit Spinn- oder Fliegenrute nachstellen könnt. Der Untergrund ist überwiegend fest und entlang des Schilfgürtels könnt Ihr watend große Bereiche abfischen und werdet mit Sicherheit auf einige beißwillige Hechte treffen.

Plätze zum Watangeln am Stege Nor

Im Bereich des Ortes Stege: Sowohl südlich (z. B. an der Nygade oder der Fiskerstræde) als auch nördlich des Hafens (entlang des Søndersti) findet Ihr Parkmöglichkeiten, von wo aus Ihr mit kurzen Wegen das Ufer erreicht. Von der Straße Skelbæk Bro: Diese Straße führt zwischen den Orten Svensmarke und Tøvelde am Südufer des Stege Nor direkt ans Wasser. Hier haben ein paar Fischer ihre Boote liegen und es gibt auch eine kleine Slipanlage, allerdings nur begrenzte Parkmöglichkeiten – bitte unbedingt Rücksicht auf die Anwohner nehmen! Bei Keldby Kirke am Golfplatz: Das Nordufer des schmalen Ostteils des Stege Nor erreicht Ihr über den Ort Keldby. Ihr parkt im Bereich der Kirche und folgt der Præstegårdstræde geradeaus über einen Weg, der den Golfplatz quert, direkt ans Schilfufer. 

Bootsangeln im Stege Nor

Die effektivste Möglichkeit, das Stege Nor zu befischen, besteht zweifellos vom Boot. Wenn der Wind nicht zu schwach oder zu stark weht, ist die perfekte Methode, sich mit dem Boot über den See driften zu lassen und mit flach laufenden Ködern die Wasseroberfläche abzusuchen. Führt starker Wind zu einer zu schnellen Drift, dann könnt Ihr entweder beim windabgewandten Ufer dichter unter Land fahren oder auch einen Driftsack nutzen. In der Regel werdet Ihr früher oder später auf die gerade von den Hechten bevorzugten Aufenthaltsorte stoßen und könnt dort unter Umständen eine Hechtfischerei erleben, wie sie nur wenige Plätze in Europa bieten. 

  • Pontonboot: Das Stege Nor ist für ein Bellyboot schlichtweg zu flach – Ihr würdet permanent mit den Füßen Grundkontakt haben. Ein Pontonboot ist hier die ideale Wahl, zumal Ihr diese kleinen und leichten Schwimmuntersätze an den verschiedensten Plätzen zu Wasser lassen könnt
  • Eigenes Boot auf Trailer: Im Hafen von Stege könnt Ihr Euer Boot problemlos slippen. Beim Befahren des Stege Nor solltet Ihr aber unbedingt vorsichtig zu Werke gehen. Abgesehen davon, dass es einige sehr flache Bereiche gibt, wo die Bootsschraube Grundkontakt bekommt, liegen auch vereinzelt größere Steine im Nor – und was die aus einer Bootsschraube machen, davon konnten wir uns im Herbst 2014 leider selbst überzeugen
  • Leihboot: Seit Frühjahr 2014 gibt es im Hafen von Stege auch einen Bootsverleih. Konditionen und weitere Infos findet Ihr unter: www.mønbådene.dk

Hechtangeln in der Stege Bucht und im Ulfsund

Nehmt Ihr vom Ort Stege aus mit dem Boot den Weg hinaus Richtung Nordwesten, dann erreicht Ihr schnell die Stege Bucht. Sowohl dieses Revier als auch der südwestlich angrenzende Ulvsund sind hervorragende Hechtreviere. Beide Meeresarme sind voller Flachwasserbereiche und Rinnen, in denen große Hechte und bisweilen auch kapitale Barsche lauern. Aufgrund der beeindruckenden Größe dieses Gebiets kann es natürlich eine Weile dauern, bis Ihr die gerade favorisierten Standorte der Hechte ausgemacht habt, aber dann kann es sein, dass Ihr aus dem Drillen nicht mehr heraus kommt. Beim dänischen Brackwassercup 2014 gab es gleich mehrere Boote, die an einem Tag mehr als 60 Hechte an den Haken bekamen!

Die besten Hechtköder

Für das Fischen im Flachwasser empfehlen sich natürlich sehr flach laufende oder sogar feine Oberflächenköder. Wer mit der Fliegenrute fischen möchte benötigt in der Regel keine Sinkschnur oder Sinkvorfach, sondern kann den Hechtstreamer sehr gut an einer WF- oder Hover-Schnur führen. Als top Farben haben sich hier chartreuse oder braun-glitter herausgestellt. Hier findet Ihr weitere Tipps zum Hechtangeln mit der Fliege. Spinnfischer haben die Wahl: Hard- oder Softbait. Wer Fan der Gummifisch-Fraktion ist, kann gerne richtige Happen von 20 Zentimetern oder mehr Richtung Horizont schleudern. Wir haben bisher sowohl auf absolute Schockfarben, natürliche Dekore als auch auf komplett schwarze Gummis gut gefangen. Wichtig ist nur eine dezente Bebleiung von maximal 10 Gramm-Bleiköpfen, damit der Gummifisch ohne zu tief abzusinken in diesem flachen Revier auch schön langsam geführt werden kann. Sehr gut liefen bei uns Shads wie der Shaker von Lunker City oder der neue Racker Shad, der vom bissclips.tv-Team entwickelt wurde. Für Anhänger der Hardbaits wie Wobbler, Jerkbait oder Popper gibt es auch keine klare Regel, wobei der 4-Play Swim and Jerk Lipless Lure von Savage Gear in der Farbvariante Burbot nicht nur Favorit vieler einheimischer Angler ist, sondern auch bei uns exzellent gefangen hat. An Tagen, an denen die Hechte eher zickig reagieren, hat uns der eigentlich als Meerforellenköder bekannte Spöket, allerdings in der XXL-Variante von 35 Gramm oft noch die erwünschten Fische gebracht. Richtig gut gingen auch die Jerkbaits Buster Jerk von Strike Pro und der Swim von Westin. Oberflächenköder brachten zwar auch Attacken und den einen oder anderen Fische, aber dicht unter der Oberfläche geführte Kunstköder waren bei unseren bisherigen Trips immer die bessere Variante.

Catch & Release im Stege Nor

Absolut wichtig für alle Angler: Die neuen Regeln zum Hechtangeln im Stege Nor (gilt auch für den Hafenbereich von Stege!): Seit 2015 sind sämtliche mit der Angel gefangenen Hecht in diesem Gewässer schonend zurück zu setzen. Auf Initiative der Organisation Fishing Zealand wurden mehrere Brackwasserbuchten im Süden Seelands, die unter anderem Rückzugs- und Fortpflanzungsgebiete der Hechte sind, unter Schutz gestellt – unter anderem auch das Stege Nor. Um aber den Angeltourismus nicht zu gefährden und nachhaltig zu entwickeln, ist das Fischen auf Hecht weiterhin gestattet. Nur müssen die Fische schonend behandelt und umgehend zurückgesetzt werden. Eine absolut unterstützenswerte Maßnahme, wie wir finden!

Angelurlaub auf Møn

Und noch eine gute Nachricht zum Schluss: Die Insel Møn ist perfekt auf Angler eingestellt! Zahlreiche Anbieter von Unterkünften freuen sich auf Angler als Gäste. Und sowohl für den kleinen Geldbeutel, als auch für den etwas komfortableren Urlaub finden sich passende Angebote, die einen Aufenthalt auf Møn zu einem unvergesslichen Urlaub werden lassen. Bei den Unterkünften müsst Ihr Euch nur zwischen Ferienhaus, Bed & Breakfast und Campingplatz entscheiden, wobei es noch einen ganz speziellen Unterkunfts-Tipp für große Gruppen oder Familien gibt. Die größte Auswahl an Ferienhäusern hat ohne Zweifel Feriepartner Møn (www.feriepartner.de/moen). Aber auch Novasol (www.novasol.de) und DanCenter (http://www.dancenter.de) haben einige schicke Häuser im Angebot. Eine richtig große Auswahl an Bed&Breakfast-Angeboten findet Ihr unter http://www.bb-moen.dk. Auf der Website vom Møns Klint Resort (www.moensklintresort.dk) finden Angler nun die komplette Palette vom einfachen Zeltplatz auf dem unvergleichlich schön gelegenen Campingplatz unweit der legendären Kreideklippen (mit eigenem Angelsee!) über komfortable Campinghütten bis zum anglerischen Unterkunfts-Highlight, der sogenannten Fishing-Lodge, dem speziell für Angler (eigener Trockenschrank für Watbekleidung!) eingerichteten Ferienhaus, das Schlafmöglichkeiten für 13 Personen bietet. Dieser alte, aber perfekt modernisierte Hof mit Stallungen verfügt über eine top Einrichtung, eine einmalige Lage und spätestens, wenn Ihr nachts den hier von keiner Lichtquelle beeinträchtigen Sternenhimmel sehen könnt und die Eulen für eine unvergleichliche Geräuschkulisse sorgen, dann wollt Ihr hier nie wieder fort. Oder zumindest bald wieder zurückkehren – auch wegen der unvergleichlichen Angelmöglichkeiten!

Und nun noch ein paar bewegte Bilder von einem genialen Angeltrip auf dem Stege Nor gefällig? Dann ist das Video über Hechtangeln auf Møn gerade richtig!

Weitere Infos über Urlaub auf Møn, Unterkunfts- und Ausflugstipps hält die Seite www.visitmoensklint.de für Euch bereit.

 

 

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