anzeige

Hechtangeln an der Gudenau bei Randers

Rubrik: Fishmaps-Bericht
Region: Gudenau & Randers Fjord
Angeln auf Hecht an der dänischen Gudenau
Dauerte nur kurz bei Dauerregen: der erste Hechtbiss!
Fischarten: Hecht

Rute krumm und Hecht am Band beim Lakemann!!!
Gibbsdas? Es ist Mitte November 2009. Sind gerade erst von einer 6-stündigen Fahrt bei Dauerregen und mit Autobahnvollsperrung auf der A 7 aus Hamburg angekommen. Nun stehe ich auf dem Deich der Gudenau und fingere nervös am Verschluss meiner wasserdichten Kameratasche herum, in welche ich meinen regenscheuen Fotoapparat gerade erst verstaut hatte. Laufe natürlich während des Aufklarens der Kamera behende wie Garfield durch die versumpfte Niederung in Richtung drillendem Lakemann (sprich: Läikmähn) und versinke mit jedem dritten Schritt bis zum Knie in irgendwelchen Löchern. Bin ich ja echt nicht gewohnt, aber es geht alles gut! Lakemann landet den ersten Gudenau-Hecht auf einen weißen 4Play-Wobbler souverän, meine Kamera trotzt dem Dauerregen und meine Knochen und (noch wichtiger!) meine Rute ist noch heile! Fängt ja nicht sooo schlecht an …

Dieser Start gibt uns natürlich mächtig Motivation für unsere „Eben-mal-an-die-Gudenau-und-Hechte-verhaften“- Mission. Neben Lakemann und meiner Wenigkeit komplettieren noch Initiator (und bei Reinfall potentiell schuldiger) Elmar und Fotografie-Halbgott Thomas die Vierertruppe.

Warten auf Gudenau-Hecht Nr. 2

Vollkonzentriert und in der logischen Erwartung, dass die Bisse im Minutentakt erfolgen, bahnt sich jeder von uns einen Weg durch sumpfiges Grasland und Schilfufer. Die Hechte bekommen so einiges an Errungenschaften der Angelgeräteindustrie vor dem Schnabel hergezogen: knallrote und mit UV-Spray nachbehandelte Wobbler, Gummifische, auf die selbst ein scharfsichtiger Fischreiher reinfallen würde und – jawohl, ich kann’s nicht lassen – knallgrüne Hechtstreamer an der 8er Fliegenrute. Das erste Opfer nachlassender Motivation ist allerdings mein Fliegengetackle. Nach ineffektivem Fischen infolge heftigster Windböen sieht Fliegenrute & Co. den Rest der Tour kein Tageslicht mehr. Dann muss eben die Spinnrute herhalten. Hat beim Lakemann schließlich auch geklappt.

Nach einer Stunde endlich stellt sich bei allen die so heiß ersehnte Entspannung ein. Kein Biss. Kein Fisch. Dauerregen. Sturm. Herrlich, nicht? Endlich mal Ruhe und Zeit, die Umgebung zu erkunden. Völlig entspannt und mit sich im Reinen stapft jeder die Gudenau entlang, nur um sich mit gelegentlichen Würfen daran zu erinnern, dass er ja Angler ist. Man entdeckt Nebenarme und Altarme, in denen zum Glück auch nichts beißt. Man verwickelt die Kumpels in auf’s Wesentlichste reduzierte Dialoge: „Und? Ging was …?“ „Nö. Und selbst?“. Man beobachtet den dänischen Spinnfischer am gegenüberliegenden Ufer scheinbar gelangweilt, fragt sich aber insgeheim, wieviel Hechte er heute wohl schon auf den turbofängigen und bei uns unbekannten und in ehrlicher Handarbeit produzierten Kupferblinker gefangen hat, bis …. ja bis man aus den Augenwinkeln die krumme Rute von Elmar wahrnimmt!

Gut der Mann! Kamera raus, wieder hinspurten und … auch mal großerherzig sein und den Hechtjüngling auf’s Digitalbild bannen. War nun wirklich kein Riese, aber sorgte für den herrlichen Adrenalinschub nach dem Biss, den man am Hechtangeln so liebt! Für heute war’s das dann.

Herrlicher Gudenau-Hecht

Ab geht’s in unsere Ferienwohnung in Langå. Vorher noch ein paar lecker Zutaten für lecker Essen im Super-Brugsen um die Ecke einkaufen und schon kann Teil 2 der Entspannung beginnen. Raus aus den nassen Klamotten, Schlafplätze auslosen, einen irritierten Blick auf das im Wohnzimmer stehende Ergometer werfen und Weinflasche öffnen … Der Rest des Abends baut im Wesentlichen auf Angel-DVDs, Chipstüten und Ploppgeräuschen, die beim Öffnen von Rjoja, Navarra und Co. entstehen, auf. Gibt definitiv schlechtere Abende …

Tja, und wenn ich mich jetzt nicht pflichtbewusst am nächsten Tag ausgeklinkt hätte, um verschiedene Angelstellen am Randers Fjord und Mariager Fjord für FishMaps Dänemark zu kartieren und zu fotografieren, dann könnte ich hier jetzt noch eine Hammer-Geschichte von Thomas richtig dickem 86er Hecht aus der Gudenau nachschieben. Kann ich aber nicht. Immerhin aber gibt’s das Siegerfoto zu sehen, was mir Elmar dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat.

Tatsache ist auf jeden Fall, dass diese beiden Tage an der Gudenau trotz absolutem Sauwetter ausgereicht haben, um jetzt schon wieder an die Planung eines gemeinsamen Tripps in Richtung Randers im Herbst 2010 zu gehen. Und ebenso ist Tatsache, dass unsereins dann auch sein Meerforellengetackle dabei haben wird! Ich habe nämlich vor allem am Mariager Fjord derart schöne Plätze entdeckt, dass ich mir fest vorgenommen habe, endlich mal auch vor dieser wunderhübschen Kulisse im Wasser zu stehen und eine Meerforelle zu drillen.

In einem Jahr werdet Ihr’s lesen. Hoffentlich ;-)

Nüzzjanix,
Holger

PS: Und, ja, ich habe auf der Tour keinen Fisch gefangen. Ist mir echt noch nie passiert. Ich schwör‘ …
PPS: Üüüüübrigens: Am oben beschriebenen Abschnitt der Gudenau ist das Angeln frei! Abgesehen vom staatlichen dänischen Angelschein benötigt man KEINEN Erlaubnisschein!
 

Autor: Holger Bente
anzeige