Der dänische Weg: Förderung des Angeltourismus durch Schutz der Brackwasser-Hechte

Gordon Henriksen mit Hecht von Møn

Dan Jørgensen, der dänische Ernährungsminister, hat soeben seine Vision der Schaffung und Förderung einer nachhaltigen Freizeitfischerei vorgestellt und Zeichen gesetzt: Für einen Zeitraum von vorerst fünf Jahren sollen die Hechtbestände im Brackwasser Süd-Seelands ab Frühjahr 2015 geschont werden. Berufsfischer und Angler sollen in den für den Fortbestand des Bestandes so wichtigen Laich- und Aufwuchsgebieten Stege Nor, Tab Fjord, Jungshoved Nor und  Præstø Fjord keine Hechte entnehmen und verwerten dürfen. Eine nachhaltige und verantwortungsbewusste Catch&Release-Fischerei durch Angler soll aber weiterhin erlaubt sein! Obwohl die Hechtbestände in den Gebieten zwischen der Insel Møn, Falster und Seeland schon heute einen vergleichsweise beeindruckenden Bestand an Hechten aufweisen, so ist dies doch nur ein Bruchteil der Hechtpopulation, die einst diese Gewässer bevölkerte.

Ermöglicht wurde diese für uns Angler wegweisende Planung durch ein hohes Engagement und Überzeugungsarbeit des Angeltourismus-Projekts Fishing Zealand unter Leitung von Gordon Henriksen und des Dänischen Sportfischerbundes. Die Verknüpfung einer nachhaltigen Pflege und Bewirtschaftung des Fischbestandes mit lokalen und regionalen Tourismuszielen ist das wesentliche Standbein dieser Zielsetzung. Angler als willkommene Touristen und wirtschaftliches Potential der örtlichen Unternehmen wurden in den letzten Jahren immer mehr in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Berechnungen der DTU Aqua zufolge beträgt der sozio-ökonomische Wert eines Kilogramms Hecht, der von einem Freizeitangler gefangen wird,  rund 1.200 dkr. (= rund 160,- €), während der Wert eines ganzen Hechtes, der vom Berufsfischer verwertet wird, im Kilopreis bei nur 30,- € liegt.

Abgesehen von der wirtschaftlichen Bedeutung des Angeltourismus hat Fishing Zealand von vorne herein Wert auf die Einhaltung eines verantwortungsbewussten Umgangs mit der Umwelt und ihren Ressourcen und die Einhaltung einer Angler-Ethik gelegt, um den Angel-Tourismus nachhaltig zu entwickeln. Auch soll diese vorbildliche Entwicklung der Region Südseeland motivierend und beispielhaft für andere Regionen wirken, um regionale Konzepte für den Angeltourismus in Dänemark zu fördern.

Quelle: http://fishingzealand.dk/nyheder/fodevareminister-vil-beskytte-brakvands...