Sjællands Odde - Angeln zwischen den Meeren

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Angeln an der Südküste vor Sjællands Odde
Der "Stehstein" vor dem Riff
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Südküste am Ferienhausgebiet von Sjællands Odde
Blick vom Steg Richtung Süden, wo es flacher wird
Sandaal-Schwärme vor Sjællands Odde
Und der Blick vom Steg ins Wasser: Sandaale!
Kleine Meerforelle auf Streamer vor Sjællands Odde
Klein und hungrig: die erste Meerforelle
Sandaal auf Fliege vor Sjællands Odde
Kleiner und hungriger: ein Sandaal an der Fliege
Karmingimpel an der Südküste von Sjællands Odde
Nicht immer nur auf's Wasser schauen: der seltene Karmingimpel (Na? Wer hätte es gewusst?)
Hering auf Fliege vor Sjællands Odde
Jetzt auch noch ein Hering! Mächtig was los unter Wasser ...
Schnellfähre vor Sjællands Odde
Macht mächtig Welle: die Schnellfähre!
Meerforelle vor Sjællands Odde
Die letzte Jung-Forelle des Tages ...
Sonnenuntergang vor Sjællands Odde
Sjællands Odde at it's best ...

Region: Nord-Seeland
Rubrik: Fishmaps-Bericht
Fischarten: Hering, Hornhecht, Meerforelle
Angelmethoden: Sbirullino, Spinnfischen

Geo. Länge: 11.286251
Geo. Breite: 55.990792

Es gibt nicht viele Orte, an denen man als Angler beim Verlassen des Ferienhauses die Wahl hat, fußläufig zwei völlig unterschiedliche Küsten zu befischen. Es sein denn, man hat eines der traumhaft gelegenen Ferienhäuser (i.d.F. über Feriepartner Dänemark) gebucht, die an der Spitze der Landzunge Sjællands Odde liegen. Man schließt die Haustür, schnappt sich die Rute und das notwendigste Tackle, hält die Nase in den Wind, um dann zu entscheiden: „Heute mal die Westküste!“ Westküste heißt in diesem Fall: Der Auslauf der großen Sejerøbucht. Dieser Teil des Kattegat grenzt an den Samsøbelt und hat seinen Namen von der mitten in der Bucht liegenden Insel Sejerø.

Vom Ferienhaus sind es rund 400 Meter und ich stehe am kiesigen Strand. Vor mir markiert ein Badesteg den auf den ersten Blick für Angler eintönig wirkenden Küstenabschnitt. Auch wenn das Angeln von diesem Steg untersagt ist, zieht es einen jedes Mal auf diese Aussichtsplattform, um einen Blick ins kristallklare Wasser zu werfen. Wieder beobachte ich einen großen Schwarm Sandaale, der scheinbar ziellos unterm dem Steg hin und her schwimmt. Ist echt immer motivierend, solche feinen Futterfische zu sehen und sich einzureden, dass die Meerforellen dies ja auch wissen müssen und sicher früher oder später auf 'nen Snack vorbei schwimmen.

Erste Meerforelle am Riff

Aufgrund der Erfahrung der vorherigen Tage lasse ich aber den Steg links liegen und steuere etwas weiter nördlich auf einen markanten Stein am Ufer zu. Genau vor diesem Stein unterbricht ein flaches, steiniges Riff den ansonsten überwiegend sandigen Strand. „Riff“ ist auch schon fast zu viel gesagt: es ist lediglich eine Ansammlung von grobem Kies und kleineren Steinen. Aber dieser Unterschied reicht oft an solchen Sand- und Kiesstränden, um Fische anzuziehen. Ja gut, und mich natürlich …!

Wegen der hier zahlreich vorkommenden Sandaale entscheide ich mich zuerst für die Spinnrute mit einem Stripper als Köder und einem kleinen Streamer am Seitenarm. Der erste Biss kommt schnell! Allerdings ist es einer der stellenweise in großen Mengen auftretenden Hornhechte, der zwar den Blinker attackiert hat, aber im Drill wieder abkommt. Ein wenig später die erste Meerforelle! Leider ein Fisch aus der Kinderstube, aber immerhin! Kurze Zeit später krümmt sich die Rute erneut …. aber nur ein wenig. Leider nix Großes: ein Sandaal hat sich die Beifänger-Fliege geschnappt! Guck an. Gut zu wissen, dass die schlanken Schnellschwimmer hier auch unterwegs sind.

Riesenwellen

In der Ferne rauscht die Fähre von Sjællands Odde nach Århus vorbei. Inzwischen weiß ich, dass diese Schnellfähren eine mördermäßige Welle nach sich ziehen und bin entsprechend auf der Hut. Aber schließlich stehe ich ja auf dem Trockenen, noch dazu auf diesem ca. 50 Zentimeter hohen Felsen. Eine Viertelstunde später bekomme ich wieder demonstriert, wie schnell man diese Wellen unterschätzt: in der dank Windstille fast glatten See bauen sich erkennbar zwei, drei größere Wellen auf. Sieht gar nicht so wild aus. Denkste! Kurz vor'm Ufer türmen sie sich auf, überspülen meinen Steh-Stein und reißen fast die einen Meter hinter mir liegende Sbirolino-Rute ins Wasser! Eine Minute später ist der Spuk vorbei. Ich habe zwei nasse Füsse (egal!), aber wenigstens ist die Rute gerettet.

Der Abend beginnt: Ich wechsle auf meine Sbirolino-Rute und montiere einen kleinen, hellen Streamer. Schon kommt der nächste Biss! Sieht wieder aus wie eine kleine Meerforelle. Ich erkenne allerdings erst beim Herausheben, was sich da die Fliege geschnappt hat: ein Hering! Irre, was hier an der Küste so alles an Fischen unterwegs ist! Da müssen doch auch ein paar größere drunter sein. Vor allem jetzt in der Dämmerung!

Großforelle attackiert Sbirolino

Und dann passiert es: meine Sbirolino-Montage ist bereits bis kurz vor das Ufer eingekurbelt und ich will gerade die Rute heben, als sich eine große Bugwelle im vielleicht 30 Zentimeter tiefen Wasser hinter (ja, wohinter wohl?!?) meinem Sbirolino her schiebt und selbigen attackiert. Sekundenbruchteile später dreht eine Meerforelle von geschätzt über 80 Zentimeter im klaren Kattegatwasser wieder ab. Reflexartig mache ich mehrere Würfe in die Richtung, wohin sich der Hammerfisch gerade verabschiedet hat. Bringt natürlich nichts. Nach etlichen Würfen merke ich erst, dass meine Beine noch zittern … und das liegt nicht an den nassen Füßen! Im Laufe des Abends geht noch eine kleinere Meerforelle an die Fliege, aber die Meerforellen-Königin lässt sich nicht mehr blicken. Am nächsten Morgen stehe ich bereits um 3 Uhr auf, beseelt von der irrigen Annahme, dass dieser Traumfisch sich immer noch an „meinem“ Riff herum treibt. War mir eigentlich klar, dass das nicht so sein wird. Aber, hey, ich bin Angler, man kann halt nicht anders …;-)

Klar ist für mich aber nach diesen zwei Urlaubswochen an den Küsten Nordwest-Seelands, dass ich dieses Revier gerne so bald wie möglich wiedersehen möchte. Die Vielfalt der hier zu fangenden Fische und die Tatsache, dass viele Stellen eben nicht so überlaufen sind verbunden mit der tollen Landschaft sind definitiv Grund genug! Und dann war da ja noch dieses Riff und dieser eine Fisch ….

Nüzzjanix,

Holger

 

Autor: Holger Bente

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