Bornholm, Nordküste: Rauf auf's Riff! (Meerforellenangeln auf Bornholm)

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Nordküste von Bornholm
Blick über die Küstenformation ... Jawoll! Hier müssen wir hin!
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Watangler bei der Vorbereitung auf Bornholm
Nein, keine fahrenden Händler, sondern nur Watangler ...
Schild am Strand auf Bornholm
Die Schlaueren lehnten die Rute an bessere Gegenstände als Hagebuttensträucher ....
Der Einlauf der Kobbe Å auf Bornholm
Der Einlauf der Kobbe Å
Schroffe Felsküste vor Fittinge auf Bornholm
Endlich - mühsam erarbeiteter Weg bis zur optimalen Wurfposition.
Angefärbte Meerforelle auf Bornholm
Die erste Forelle des Tripps!
Meerforellenangler auf Bornholm
Sieht hier doch höchst fischverdächtig aus, oder?
Bornholm-Meerforelle auf Fliege
Fisch Nr. 2 - toller Fisch an toller Küste
Meerforellenfliege Natural Born Shrimp
Unscheinbar, aber unheimlich fängig bei klarem Wasser: das Muster "Natural Born Shrimp"
Krumme Rute auf Bornholm
Auch Blasentang macht Ruten krumm - Elmar nimmt's gelassen ...

Region: Bornholm
Rubrik: Fishmaps-Bericht
Fischarten: Meerforelle
Angelmethoden: Fliegenfischen

Geo. Länge: 14.996223
Geo. Breite: 55.191510

Ganz ehrlich: Wenn man während des Trolling Masters auf Bornholm mit ansehen muss, was für Lachse und Meerforellen sich während des Wettbewerbs auf die Köder stürzen und angelandet werden, dann gibt es irgendwann kein Halten mehr: auch ans Wasser und zwar fix! Zum Glück hat Norbert Michel, der Organisator der Pressereise von VisitDenmark, an welcher wir gerade teilnehmen, ein großes Herz und lässt uns Vollblutangler zwischen Start des Trollingwettkampfs am Vormittag und Wiegen der Fänge am frühen Abend an der Küste von der Leine …

Wir steuern die Bucht bei Kobbebro an der Nordküste der Insel an, checken die Windverhältnisse und beschließen, hier einen Versuch zu wagen. Muss schon ein seltsames Bild für Nichtangler sein, was sich nach dem Ausstieg aus dem Wagen bietet. Als gäbe es im Auto eine Bombendrohung reißen erwachsene Männer die Türen auf, stürzen ins Freie, lassen nervös den Blick über die Küste schweifen und stehen  keine zwei Minuten später April in Unterwäsche rings um das Auto vertreut.

Rauf auf's Riff!

Zwei Typen von Watanglern lassen sich nun erkennen: eine Partei fingert noch in Unterwäsche hektisch am Rutenrohr, fischt die Rute raus, fixiert die Rolle am Halter und hat die Waffen startklar, noch ehe man „fau-eff-ell-borussia-mönchengladbach“ sagen kann. Die andere etwas gemütlichere Partei zwängt sich erstmal sorgfältig in die atmungsaktiven Beinkleider, hüllt sich in die Watjacke und rückt die Polbrille auf dem Cap zurecht. Dann erst beginnt das Aufklaren des Geräts. Diesmal sind rein vom Ergebnis her die „Zuerstanzieher“ im Vorteil: die Jungs mit der bereits fertig montierten Rute müssen diese erstmal in die Büsche lehnen, um sich anzuziehen. Blöd nur, dass es sich um Hagebuttensträucher handelt, die mit ihren dornenbewehrten Zweigen nicht die geringste Lust haben, Schnur und Rute wieder freizugeben. Und während nun die einen lustig zerren und fluchen (ein nicht namentlich genannter Mitfahrer muss sogar sein Vorfach kappen und neu montieren!), stiefeln die anderen entspannt dem Küstenabenteuer entgegen.

Und „abenteuerlich“ ist definitiv der richtige Ausdruck, wenn man das wackelige Balancieren auf den rutschigen Steinen östlich der Sandbucht von Kobbebro beschreiben muss. Wer eben nicht dauernd mit seiner Schnur in den ausgedehnten Blasentangfeldern hängen bleiben will, muss den Fischen hier an den Klippen vor Fittinge schon ein wenig entgegenklettern. Kollege und Angelkumpel Elmar hat's bereits geschafft und strippt seine Fliege an erfolgversprechenden Kanten lang. Unsereins nutzt währenddessen die Gelegenheit und bessert ein wenig sein Fotoarchiv (natürlich auch für FishMaps!) auf. Nach einer halben Stunde entscheide ich mich auch endlich für eine kleine Klippe, deren Ende ich nach weiteren fünf Minuten (gefühlt 30 Minuten!) erreiche. Trotz Watstock echt 'ne hakelige Angelegenheit!

Die erste Bornholm-Meerforelle!

Der Platz sieht allerdings top aus: tiefere Rinnen in den Felsen, daneben Blasentangfelder und anschließend hindernisfreies Wasser, das problemlos mit der Fliege zu erreichen ist. Und … wer sagt's denn? Nach kaum 20Würfen ist die Rute krumm! Der reflexartige Blick zur Rutenspitze sieht ein paar dumpfe Ausschläge selbiger und Adrenalin schießt ins Blut – die erste Forelle ist gehakt!

Ebenso reflexartig geht der Ruf Richtung Elmar raus: „Fiiisch!!!“ Er schaltet sofort, macht Videokamera (bissclips.tv muss schließlich bestückt werden!) klar und wackelt halsbrecherisch über Stock und Stein, um zumindest noch die Landung der Meerforelle auf Film zu bannen. Schon im Drill aber ist zu erkennen, dass der Fisch nicht in der allerbesten Kondition ist: recht schlank und braun, ein klassischer Absteiger. Trotzdem – ein klasse Anfang! Schnell den Fisch vom Haken lösen, zurücksetzen und hochmotiviert weiterfischen.

„Meerforelle auf Bornholm, Klappe, die Zweite!“ hat anscheinend ein imaginärer Redakteur gerufen, denn kaum hat Elmar mühevoll seinen alten Standplatz erklommen, ist meine Rute wieder krumm! Wieder eine Meerforelle auf die unauffällige Natural Born Shrimp, die mir mein Freund Carsten Scharf am Wochenende zuvor auf der Messe Erlebniswelt Fliegenfischen gebunden hat. Hatte ihn darum gebeten, da er Anfang April auf einem gemeinsamen Trip nach Südschweden mit diesem Muster mächtig abgeräumt hatte. Und jetzt sowas! Denke noch insgeheim „Danke, Carsten …!“, als Elmar bereits mit laufender Kamera neben mir steht. Danke, Elmar!

Auch diesmal geht die Landung glatt und ein prächtiger Fisch von 57 cm liegt vor mir. Überlege kurz weiterzufischen, aber beschließe, es für heute gut sein zu lassen. Setze mich auf einen Felsen, genieße ein paar wärmende Sonnenstrahlen und sehe den anderen beim Fischen zu. Ein wundervoller Trip an traumhafter Küste und als Krönung zwei tolle Fische an der Fliegenrute. Lehne mich zurück und denke über dieses wundervolle Hobby nach.

Strand aufklaren

Udo Schroeters Worte kommen mir in den Sinn: „Wenn Du dem Meer etwas entnimmst, solltest Du auch etwas geben ...“. Klar, wenn man am Vereinsteich angelt, ist es für uns aufgrund der Überschaubarkeit dieses Gewässers leicht ersichtlich, keinen Müll liegen zu lassen und zu begreifen, dass man nicht unendlich Fisch entnehmen kann, wenn man im nächsten Jahr noch Chancen auf tolle Angelerlebnisse haben möchte. Aber am so unendlich scheinenden Meer …? Natürlich! Auch und gerade hier! Ich beschließe den Tag damit, Müll zwischen den Felsen aufzusammeln und im Müllbehälter am Parkplatz zu entsorgen.

Und – warum auch immer – habe ich erst jetzt das Gefühl, dass dieser Angel-Trip vollendet ist.
Hört sich komisch an? Mag sein. Aber bei Eurem nächsten Tripp probiert es einfach mal selbst …,
auch wenn kein Fisch beißt ;-)

Holger

 

Autor: Holger Bente

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