Jagd auf Grosshechte an der Skjern Au

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Rubrik: Angelbericht

Geo. Länge: 8.495650
Geo. Breite: 55.920402

Es war die letzte Februarwoche 2009. Nach einigen Wochen mit Frosttemperaturen  und bedecktem Himmel, war wieder schönes Hecht-Wetter angesagt. Die Jagd auf Grosshechte kann beginnen!

Zielort meiner 2 Ausflüge war ein Arm der Skjern Au, der für einen gesunden Hechtbestand berühmt ist. Ich hatte in den letzten Jahren zahlreiche Versuche an diesen Stellen unternommen und meistens auch was gefangen, aber noch nie einen Hecht über 70cm. Dies sollte sich heute ändern.

Tag 1

Es gibt 3 Teilabschnitte an dieser Strecke. Beim ersten kann man vom Ufer aus angeln.  Zwar mit Wathose und 3 Lagen darunter ausgerüstet, aber trotzdem gescheut, an die übrigen, tieferen Stellen es zu versuchen, denn das Wasser war eiskalt. Die Erfahrungen hatte ich schon gemacht.

Es ging also von der bequemeren Strecke los. Meine erste Köderauswahl war ein Oberflächen-Wobbler (popper) in gelb/grün/rot. Schon beim 3. Wurf biss ein 64 cm Hecht. Schnell war er gelandet und zurückgesetzt. Ich wusste sofort, dass es ein toller Tag sein wird. Ich wollte aber nicht länger da bleiben, denn die Verlockung zu gross war, es auch an den tieferen und breiteren Stellen der Au zu versuchen. Trotzdem habe ich noch ein Paar Würfe für 15 Minuten gemacht, um einige neue Spinner zu testen. Bald kam der 2. Hecht hoch. Ein typischer Hecht Biss, kurz bevor der Spinner aus dem Wasser wollte. Dieser war „nur“ 58 cm. Man wird ja schnell verwöhnt.

Ab also zu der benachbarten Stelle, 3 Autominuten entfernt. Ich wusste, es wird kalt im Wasser, denn man musste bis zur Uferkante waten, und das Wasser kam bis zur Hüfte hoch. 2 Stunden lang hatte ich da alles probiert, Wobbler, Spinner und Blinker. Ich wechselte die Stelle flussaufwärts alle  5 bis 10 Minuten,  um mir Warmphasen in der Sonne zu gönnen. Kein Erfolg. Aber aufgeben war keine Option. Dann habe ich gedacht, ich versuche zum ersten Mal  einen neuen 14 cm langen Hecht-Imitation-Wobbler, der bis 3 Meter tauchen kann. Zu tief für die nur bis 2 Meter tiefe Strecke, aber man kann ihn ja auch langsamer führen und nicht ganz tauchen lassen. Mein erster Wurf ging an das Gegenufer und fast hätte ich ihn auf dem Schilf verloren. Glücklicherweise war der Wobbler gerettet und wieder einsatzbereit. Diesmal habe ich schön durch die Mitte, flussaufwärts geworfen. Dann ganz langsam eingerollt mit 3-4 Sekunden-Pausen….und nach einem abrupten Fluchtversuch aus einer dieser Pausen kam ein gewaltiger Biss. Eingehackt und der Drill hat begonnen. Ich war mir sicher, dass es ein grosser Fisch ist. Ich dachte zuerst, es wäre ein Lachs. Nach 2 Minuten hat sich ein prächtiger Hecht gezeigt. Ich habe mir schon angefangen Sorgen zu machen, wie ich diesen Riesen landen könnte,  aber  die  Konzentration beim Drill war voll da. Nach genau 5 Minuten hat er seinen weissen Bauch angefangen zu zeigen und mit dem ersten Versuch war er tief im Lachsenkescher. 104 cm lang, 10,5 kg schwer. Mein grösster Hecht soweit!

Tag 2

2 Tage nach dem letzten erfolgreichen Ausflug wollte ich es an der gleichen Stelle nochmals versuchen. So warm eingepackt als möglich machte ich mich auf dem Weg zur gleichen Stelle, wo ich diesen kapitalen Hecht gefangen hatte. Mit Enttäuschung musste ich feststellen, dass diese Stelle von 4 anderen Anglern besetzt war. Sie hatten sich so breit gemacht, wie es geht. Jeder hatte einen mehrfachen Rutenhalter, so wie beim Karpfenangeln mit akustischem Bissindikator und das ganze Zubehör. Das sah nicht nur lächerlich aus, es ist auch verboten, mit mehr als einer Rute an dieser Strecke zu angeln. Da sie in Überzahl waren, war ich so höfflich als möglich und habe ihnen den Tipp gegeben „nicht an einer Stelle zelten, sondern sich zu bewegen bringt die Fische“. Gefangen hatten sie den ganzen Tag nichts, haben sie gesagt. Ich habe sie dann überholt und grosszügig Abstand gehalten. Ich wollte meinen Erfolgswobbler vom anderen Tag noch schonen und habe die neue Strecke mit einem 9 cm langen orange/gelben Wobbler angefangen. An der ersten Stelle habe ich zuerst die Kanten abgesucht. Nach dem 5. Wurf, dicht an der Gegenseite kam der Biss direkt nach dem ersten Zuck.  Ich wusste sofort, dass es wieder ein grosser war. Ich dachte er wäre noch grösser, denn er hat viel heftiger gekämpft.  Es war ein fantastischer Drill mit immer wieder neu startenden Fluchtversuchen. Nach 7 Minuten Drill – die Stoppuhr hilft mir immer beim genauen Zeitmessen – wurde der Fisch auch gelandet. Dieser war etwas kleiner, d.h. 89 cm lang und nur 4,7 kg schwer. Er hatte im Gegensatz zum letzten kapitalen keinen Hängebauch, was den intensiveren Kampf erklärt. Schon nach 10 Minuten effektiver Angelzeit habe ich mich auf dem Rückweg mit dem fast 1-Meter langen Fisch gemacht. Der Weg vorbei an den starrenden Blicken der anderen 4 Angler war eine grosse Genugtuung, gepaart mit Schadensfreude.

Die Massstäbe für die nächsten Hechtjagden sind jetzt neu gesetzt und leicht kann es nicht werden.

Schlussbemerkung zum Töten der Hechte.

Ich unterstütze auch die Praxis, kapitale Hechte zurückzusetzen. An der Skjern Au ist es jedoch eine besondere Situation. Die Hechte sind in Überzahl und gefährden den gesunden Bestand aller lokalen Salmoniden, d.h. Lachse, Meerforelle, Bachforelle, Steelheads und Äsche. Es wird deswegen begrüsst, wenn man alle übermassige (über 40cm) Hechte tötet. Die Schonzeit ist nur vom 1.-30. April. Trotzdem kann ich mich nicht überwinden, jeden einzelnen gefangenen Hecht zu töten, denn es sind viele. Ich behalte nur die grössten und nur so viele, die wir selbst konsumieren können.

 

Grüsse aus Dänemark,

Costas

 

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